R.I.P Transparenz und Aufarbeitung am Aloisiuskolleg

Stellungnahme zur Meldung des Aloisiuskolleg vom Fr., 06.08.2021 – 01:30 Uhr zum Tode
den ehemaligen Rektor des Aloisiuskollegs, P. Albert Giesener SJ.


Das Aloisiuskolleg stellt Giesener in seinem Nachruf als den „Bob, den Baumeister“ der Jesuiten seiner Zeit vor.

Beim Thema Missbrauch hat dann wohl – in der Darstellung des Ako – der damals VERANTWORTLICHE OBERSTE Leiter der des Kollegs:

(1) „Das Feld der Pädagogik hat er anderen überlassen und verstand sich als Stütze der dortigen Leitung.“ (2) Bei den Versuchen, die KSJ und vor allem das AKO Forum neu aufzustellen, hatte er die Gegenkräfte unterschätzt. (3) Als offenbar wurde, welche Missstände es im Umgang mit Schutzbefohlenen auch in seiner Zeit gegeben hat, hat er sehr offen darüber gesprochen, dass er als Rektor für das Internat nicht die Rolle der Gesamtleitung übernommen hatte, wie es notwendig gewesen wäre, sondern ganz dem dortigen Leiter vertraut hat.

Offenbar sind dem Ako die „schlauen Jungs“ abhandengekommen. Diese hätten doch zu den nur drei Sätzen folgendes in den selbst (!!!) herausgegebenen Dokumentationen, z.B. folgendes finden können. (oder trauen die Jesuiten den eigenen Berichten etwa nicht?)

Die Sätze 1 und 3 in absurdum führend, heißt es im „Zinnsmeisterbericht“ S. 175:

„Ein Jesuit, der Anfang der 1990er Jahre als Erzieher im Internat eingesetzt war, gibt an, Rektor Pater Giesener von verschiedenen Grenzverletzungen Pater „Georgs“, insbesondere von den Berichten eines Schülers informiert zu haben.“ und „Pater Giesener bestätigt uns, dass er mit dem Frater damals ein längeres Gespräch geführt habe, an dessen Inhalt könne er sich aber nicht mehr erinnern.“ Der Jesuit gibt im Buch Unheilige Macht“ (Kohlhammer, S.83) an, später unter „Rufmord“ gelitten zu haben. Provinzial Kiechle habe sich später schriftlich bei ihm im Namen des Ordens entschuldigt.

Das zeigt uns, dass Giesener ein Vertuscher ersten Ranges war! Er hat nicht nur nichts gesehen oder auf andere Vertraut, er hat das System aktiv geschützt. Wieder ein Jesuit, der sich aus der Verantwortung stehlen wollte. Hätte getan, was jeder verantwortungsvoller Manager/Mensch getan hätte, wäre vielen Kindern viel Leid erspart geblieben.

zu 3): Das dort erwähnte „Ako-Forum“ hieß korrekt „AKO PRO e.V.“ und laut Zinnmeister S.174. beschreibt Pater Giesener „im Gespräch, der Schwerpunkt seiner Amtsführung von 1989 bis Januar 1998 habe auf der Geschäftsführung des Kollegs gelegen z.B. der Neuregelung der Finanzen und Strukturen (…) Es habe Bereiche gegeben, die er nicht „geleitetet“ habe, dazu hätten u.a. die Schule, das Internat, der AKO PRO e.V. gezählt.“  

Bintig schreibt dazu:
„es gibt nur etliche „Hinweise auf die „finanzielle Undurchsichtigkeit“ von Seiten des AKO Pro e.V. gegenüber den Leitungsgremien des Aloisiuskollegs.“ ,S.55 und „Insgesamt ist festzustellen, dass für die Kollegleitung des Aloisiuskollegs weder die Finanzen des AKO Pro e.V. transparent waren, noch dass die Inhalte, Ziele und Methoden des AKO Pro Scouting in den verschiedenen Gremien der Schule und des Trägers oder im Orden diskutiert wurden…“ S.56

Als (finanz-) Verantwortlicher muss er die „Undurchsichtigkeiten“ erkannt haben und „Gegenkräfte“ sind keine buchhalterische Kategorie in der Hamburger Kaufleute. Was hat Giesener dagegen getan? Das Finanzsystem AKO -AKO Pro hat den Missbrauch getragen. Auch hier: Wenn er seine Arbeit gemacht hätte….

Giesener brachte den, im Binitg-Bericht beschuldigten, ehemaligen Leiter des Ako-Pro e.V. in seine alleinige Leitungsposition, ohne die Parallelstrukturen zu wahrzunehmen, zu prüfen oder zu korrigieren. Das Resultat war eine Zt.„sektenhalfte“ Jugendgruppe in der sich der Leiter nach Belieben an Kindern und Jugendlichen bediente.

Ob Herr Giesener wusste, dass die finanziellen Unregelmäßigkeiten des Ako-Pro e.V. auch aus der Finanzierung der FKK Urlaube mit Kindern von Pater Stüper und Pater Schneider rührte ist bis heute eine gemiedene Frage und somit ungeklärte Frage.

Die Verantwortungslosigkeit des damaligen Rektors ist eine wesentliche Ursache für das lange Missbrauchssystem am Aloisiuskolleg.  

Uns ist weder bekannt, dass der Orden jemals seine fehlerhafte Leitung kritisierte noch, dass der Pater Konsequenzen dafür tragen musste. (Trotz der Berichte). Das ist „jesuitische Aufarbeitung“!!!

Und das Ako arbeitet an dieser Stelle nicht auf, sondern produziert noch mehr Nebel:

Es gibt „Bob den Baumeister“:

Das Aloisiuskolleg ist im Nachruf sehr genau, wenn es darauf ankommt: Im Nachruf listete es lieber Gieseners Maßnahmenkatalog zur Gesamtsanierung ab 1993“ darin:  Linoleum – Fußboden und Einbaurasterleuchten!

Unser Fazit: RIP Transparenz und Aufarbeitung!

Quellen:

„Zinsmeisterbericht“: https://www.aloisiuskolleg.de/sites/default/files/2011-02-15_abschlussbericht_ako_zinsmeister.pdf

„Bintig-Bericht“: https://www.aloisiuskolleg.de/sites/default/files/2013-03-01_bintig-bericht_final.pdf

„Bericht Frau Raue“: https://www.jesuiten.org/fileadmin/user_upload/Downloads/Bericht_27_05_2010_aktuell.pdf

Hier die Stellungnahme des Aloisiuskollegs zum Tode Pater Gieseners SJ vom 06.08.2021 – 01:30

Quelle: https://www.aloisiuskolleg.de/2021-08-06_Albert-Giesener-verstorben

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht unter Aktuelles. Lesezeichen für Permalink hinzufügen.