WDR „Sommerfahrt“: Statement des Eckigen Tisch Bonn e.V.

Der Film „Sommerfahrt – Zeit heilt keine Wunden“ von Gereon Wetzel wurde am 01.06.2022 im WDR erstausgestrahlt. Er hatte beim internationalen Dokumentarfilmfestival München 2022 Premiere.
Man finden ihn in der WDR-Mediathek: https://www.wdr.de/programmvorschau/wdrfernsehen/sendung/2022-06-01/50090644/sommerfahrt-zeit-heilt-keine-wunden.html

Der Eckige Tisch meint dazu:
Zu jeder Zeit war ein Jesuit verantwortlich für den Schutz der Kinder am Aloisiuskolleg, auch bei den Pfadfindern und Scouter. Sie ließen teils wissentlich zu, dass Kinder missbraucht wurden.
Der Film Sommerfahrt von Gereon Wetzel benennt Narzissmus als einen Grund für Missbräuche am Aloisiuskolleg. Selbstverliebtheit unterstellen wir den Jesuiten bis heute. Sie ist unserer Meinung nach Ursache, dass Ako und Orden lediglich in Aufarbeitung-Simulation steckengeblieben sind.

„Wenn etwas zu schön ist, um wahr zu sein, dann ist es nicht wahr“ Zitat aus dem Film

Es reicht eben auch heute nicht, wenn man selbst und die Bubble von sich überzeugt ist.
Und eben anders als – wieder einmal – Betroffene im Film, geht man am Ako/im Jesuitenorden nicht dahin, wo es weh tut. Der Orden vertröstet uns schon zu lang. Er scheint nicht Willens oder/und in der Lage für z.B. Konsequenzen.

Wir fordern:
– Eine Untersuchung über die Ursachen des Gesamtversagens des Ordens,
– Konsequenzen für die verantwortlichen Patres und Oberen,
– Öffnung der Archive,
– Angemessene Entschädigung der Opfer auch aus dem Verkauf der Stella Rheni, einem anderen Ort des Kindesmissbrauchs.

Wir bedanken uns bei allen Machen und Beteiligten des Filmes für Mut und Ehrlichkeit!
„Sekundär Betroffene“ stehen in diesem Film im Mittelpunkt. Das ist wichtig und neu und war an der Zeit. Wir empfinden es als wohltuend, dass der Film – anders als Berichterstattung über Missbrauch sonst -, Tätern und Repräsentanten von Trägerorganisationen den medialen Stellenwert gibt, den sie in unseren Augen verdienen.

Das Schweigen hat Tätern und Verantwortlichen zu lange Macht über uns gegeben.
Jetzt reden Betroffene über Sie!